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Dirofilaria repens

Dirofilaria repens


Mikrofilarie der Art Dirofilaria repens (325-375 x 7-8.3 Mycrometer).
Befallene Körperteile:
Unterhautgewebe von Hunden, Katzen, wildlebenden Fleischfressern und Menschen.

Schaden:
Verursacht subkutane (Unterhaut-) Dirofilariose in Hunden und Katzen, verbunden mit juckenden Hautstellen.
Vorkommen:
Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien, Portugal, Süd-Schweiz, Ungarn, Slowenien, Rumänien, Ukraine.

Anzeichen:
Juckreiz, Papeln, gerötete Stellen (Erytheme), Schuppen, Knoten, Krusten und vermehrte Hornhautbildung (Hyperkeratose).

Übertragung:
durch Stechmücken und transplazentar (im Mutterleib).

Zwischenwirte für den Parasiten sind Anopheles, Aedes und Culex Mückenarten. Sie erscheinen jedes Jahr von Mai bis Oktober im Überfluss in den warmen und feuchten Regionen mediterraner Länder, in denen subkutane (Haut-) Dirofilariose heimisch ist.

In Italien sind Mücken der Arten Aedes vexans, Anopheles maculipennis und Cules pipiens die Überträger.

Aedes aegypti und Anopheles maculipennis sind die wichtigsten Überträger in vielen Regionen der ehemaligen Sowietunion.

Die transplazentare Übertragung (Übertragung im Mutterleib) ist üblich.


Mücken saugen Blut der infizierten Hunde und nehmen dabei Mikrofilarien (Larven des Stadiums L1) auf, die sich innerhalb von 10-20 Tagen zu L2- und infektiösen L3-Larven entwickeln.

Diese Larven migrieren (wandern) in den Kopf der Mücke und gelangen von dort während einer Blutmahlzeit allmählich in das Unterhautgewebe eines Hundes. Dort bleiben sie für 5-6 Monate, bis sie sich zum Erwachsenen-Stadium entwickelt haben.  

Erwachsene männliche Formen sind 5-7 cm und weibliche 10-17 cm lang.

Ihr Haupt-Erkennungsmerkmal gegenüber D. immitis ist das Vorhandensein von Längs-Graten auf ihrer Oberfläche.

Ihre Mikrofilarien sind 325-375 Mycrometer lang und 7-8.3 Mycrometer breit, erkennbar an ihrem rundlichen leeren Kopfende sowie einem Schwanz, der größer ist als bei D. immitis and Dipetalonema reconditum.


Bei 100 Fällen bei Hunden wurden die folgenden Hautsymptome festgestellt:

Juckreiz (100%) Erytheme (79%) Papeln (62%) Haarausfall (55%) Krustenbildung (14%) Knoten (12%) Acantosis (schwarze Flecken)(5%) Ekzeme (3%) Hautvereiterung (3%)

Fünfundachtzig Prozent der Hunde haben mindestens eine Hautveränderung am hinteren Teil ihres Körpers. Neben den dermatologischen wurden folgende weitere Symptome beobachtet:

Bindehaut-entzündung (46%) Magersucht (35%) Erbrechen (26%), Fieber (25%) Teilnahmslosigkeit (20%) Lymphknoten- schwellung (10%)

Co-Infektionen mit anderen Erregern treten bei betroffenen Hunden häufig auf: Babesiose (95%), granulocytäre Ehrlichiose (40%) und Leishmaniose (4%) ...

Babesiose

Ehrlichiose

Leishmaniose

... waren die häufiger gleichzeitig festgestellten Co-Infektionen unter 100 Hunden mit Hautsymptomen.

Bei allen Hunden fand sich zumindest eine dieser zusätzlichen Krankheiten. Die schädigende Wirkung von Filarien scheint von zusätzlich bestehenden Co-Infektionen erhöht zu werden.

Die offensichtlich opportunistische Rolle von D. repens liefert eine schlüssige Erklärung für das Vorkommen asymptomatischer Träger, das Auftreten nicht-dermatologischer Anzeichen und die Entwicklung von Hautentzündungen in einer Teilgruppe befallener Hunde.

DIAGNOSTIK

Es gibt 2 Arten der Diagnostik: (1) Feststellung von Mikrofilarien in asymptomatischen Tieren, (2) Mikrofilariämie verbunden mit Hautveränderungen.

Die Diagnostik der subkutanen Dirofilariose basiert auf Hautveränderungen, der Feststellung von D. repens Mikrofilarien und einem negativen Antigen-Test auf zirkulierende D. immitis.

Aufgrund ihres Aufenthaltsortes werden erwachsene Nematoden selten gefunden, doch lässt der Nachweis von Mikrofilarien im Blut auf das Vorhandensein erwachsener Stadien bei Dirofilaria spp. Infektionen schließen. Der kombinierte Einsatz von concentration (Knott, Difil) und Herzwurm-Antigen-Tests erhöht die Treffsicherheit auf 98%.

Für den modifizierten Knott-Test wird 1 ml Vollblut (EDTA) benötigt, dem 5 ml Formalin 2 % zugefügt werden.
Nach 5-10 vorsichtigen Mischbewegungen zum Zweck der Fixierung der Mikrofilarien und Zerstörung der roten Blutkörperchen sollte das Präparat 3 Minuten ruhen und anschließend 5 Minuten bei 1300 Umdrehungen zentrifugiert werden.

Nach dem Zentrifugieren wird der Überstand verworfen und dem Sediment 1 Tropfen Methylen-Blau 0,1 % zur Mikrofilarien-Anfärbung zugefügt.

Nach einer Wartezeit von 3 Minuten bringt man einen Tropfen Sediment auf einen Objektträger auf und deckt ihn mit einem Deckglas ab.

Nun ist das Präparat fertig und kann bei 4 - 10 Vergrößerungen mikroskopiert werden.

Die Differenzierung ist ebenfalls mit Hilfe der histochemischen Saure-Phosphatase-Methode möglich:

Das Sediment des zentrifugierten Blutes wird mit Alfa Naphtyl ASTR Phosphat gefärbt.

Die Aktivität von saurer Phosphatase zeigt sich in ziegelroter Farbe:
bei Dirofilaria immitis an zwei Stellen, bei Dirofilaria repens an nur einer Stelle am hinteren Ende.

THERAPIE und PROPHYLAXE von DIROFILARIA REPENS bei Hunden

Die Behandlung gegen eine evtl. vorhandene Co-Infektionen mit Babesiose erfolgt durch Imidocarb-diproprionat (Carbesia von Schering-Plough, 0,25 ml / 10 kg subkutan, 1 mal wöchentlich über 4 Wochen) und gegen eine evtl. vorhandene Co-Infektion mit Ehrlichiose durch Doxycyclinhyclat (10 mg / kg, oral, über 21-42 Tage).

Sollte eine (z.B. lokal in Deutschland erworbene) Borreliose Co-Infektion vorliegen, so sprechen Sie uns bitte an. Erst nach Ausschluss oder Behandlung möglicher Co-Infektionen ist die Anti-Filarien-Therapie sinnvoll. Eine differenzierte Medikation gegen adulte Filarien und Mikrofilarien ist nun entscheidend, um eine komplette Heilung der klinischen Läsionen und die Eliminierung der Filarien zu erreichen.

Die einleitende Behandlung (also die Eliminiering von Co-Infektionen) behebt meistens auch systemische klinische Filarien-Symptome wie Bindehautentzündung, Magersucht, Erbrechen, Fieber und Mattigkeit. Eine teilweise Besserung der Hautläsionen und des Juckreizes kann ebenfalls beobachtet werden.

Die Verabreichung der (adulten) Filarien-Medikation (Melarsomine, Immiticide / Merial, 2,5 mg/kg, intramuskulär, zweimal im Abstand von 24 Stunden) sollte frühestens 2-3 Tage nach Abschluß einer Therapie gegen Babesiose und Ehrlichiose (ggf. auch Borreliose) beginnen.

Üblicherweise bewirkt diese Anti-Filarien-Therapie eine weitere Verbesserung und auch nachfolgende Heilung der Hautsymptome sowie des Juckreizes.

Der letzte Schritt besteht in der Beseitigung der Mikrofilarien durch Gabe von Ivermectin (Ivomec) in einer Dosierung von 1 ml / 20 kg, subkutan, zu verabreichen ca. 7-10 Tage nach dem Ende der (Melarsomine) Therapie gegen die adulten (erwachsenen) Filarien.

Die Dauer der Heilungsphase hängt von der Dauer des Bestehens der Krankheit und der Schwere der Hautläsionen ab. Sekundäre Ansiedelungen von Bakterien und/oder Pilzen können vorhanden sein und sind dann ggf. separat zu therapieren.

Die klinische Nachuntersuchung sowie ein weiterer Knott-Test sollten 3-4 Wochen nach Therapie-Ende erfolgen.

Das Verschwinden der Hautsymptome und das parallele Verschwinden der Mikrofilarien bestätigen die vollständige Heilung.

Das Vorhandensein noch verbliebener, zirkulierender Mikrofilarien sind ein Zeichen dafür, dass nicht alle adulten Parasiten abgetötet wurden. In diesem Fall ist eine zweite Behandlung gegen adulte Filarien erforderlich.

(Bild: Zwei Dirofilaria repens Mikrofilarien)

Die vorbeugende Gabe einer mikrofilariziden Medikation, wie Ivermectin (Cardotek), Milbemycin (Interceptor), Moxidectin (Sentinel) und Selamectin (Stronghold) ist wirksam gegen die Mikrofilarien der Arten Dir. immitis und Dir. repens, welche in vielen Gebieten Südeuropas vorkommen. Die Prophylaxe wird in endemischen Gebieten bzw. bei Reisen in diese Gebiete empfohlen.

In den letzten Jahren ist ein Befall bei Säugetieren (incl. dem Menschen) mit Dirofilaria repens in neuen Regionen der Welt festgestellt worden, unter anderem in den USA (Kalifornien), Südafrika und Arabien, aber auch in Europa in der Schweiz.

(Bild: Kopf-Ende einer D. repens Mikrofilarie)

Selbst strenge Quarantänevorschriften (Übersee) verhindern kaum die Ausbreitung von Filarien, weil der Befall erst nach 6-10 Monaten feststellbar ist und der adulte Parasit 2 - 4 Jahre im Unterhautgewebe von Hunden leben kann.

Günstige klimatische Bedingungen für die Vektoren (Überträger Mosquitos, Zecken, Flöhe) können daher die Verbreitung dieser Nematoden fördern, hauptsächlich als Konsequenz des steigenden Reiseverkehrs mit Haustieren. Daher ist dringenst zu raten jeden Hund, bei dem eine Parasitierung durch Filarien festgestellt wurde, auch einer Behandlung zu unterziehen auch wenn nur ein Befall durch wenig schädigende Filarien, wie Dirofilaria repens oder Dipetalonema reconditum nachgewiesen wurden. Jedes Filarien-beherbergende Haustier stellt ein Infektionsrisiko für andere Säugetiere dar ... und Dirofilaria repens ist humanpathogen.

Quelle: http://www.parasitus.com

 



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